Aufruf

Liebe Kolleg:innen,

es sind wirklich keine erfreulichen Zeiten. Unser Wirtschaftssystem hat keine Zukunft mehr, weil wir die Tragfähigkeit unseres Planeten überstrapaziert haben, die Weltmächte sammeln sich offensichtlich zum dritten Weltkrieg – an das Versprechen einer guten Zukunft scheint keine:r mehr zu glauben.

Anstatt die großen Fragen die auf dem Tisch liegen für einen gesellschaftlichen Aufbruch zu nutzen, re(a)gieren die, die noch profitieren mit bewährten Mitteln des Machterhalts: Nach unten treten, Zwietracht säen, Feindbilder aufbauen, polarisieren, Daumenschrauben anziehen und militarisieren.

Jeden Tag werden uns neue, furchtbare Regierungspläne präsentiert und das in einer Menge und Geschwindigkeit, die eine Reaktion schwer macht und viele von uns in Schockstarre versetzt. Das hat Methode: Trumps faschistische Regierung in den USA nahm sich – laut Eigenaussage – vor “alles mit Scheiße zu fluten” und unsere Regierung hat diese Taktik offensichtlich übernommen. Wir können daher nicht annähernd auf alles eingehen, was gerade auf den Weg gebracht wird, aber als Gewerkschafter:innen wollen wir dieser “Flut” unser “Nein!” entgegen halten und wieder in Aktion kommen.

Wir listen hier wir nur einige der respektlosen Schweinereien auf, die die aktuelle Regierung Tag für Tag vorschlägt. Dabei kommen sie auf das meiste davon nicht selbst, Stichwortgeber:innen sind Lobbyvertreter:innen, Milliardär:innen, alter Adel. Sie sind es, die die Poltik machen und für die die Politik gemacht wird.

Es geht uns nicht darum, für die Wahl anderer Parteien zu werben. Wir wählen ja doch nur wer die Lobbyverbände vertreten darf. Es bleibt der selben Weg in Elend und Katastrophe, einfach in unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Härtegraden. Letztlich ist die parlamentarische Demokratie im Kapitalismus nur eine besondere Form der Oligarchie und das, was als Wirtschaft bezeichnet wird, ein Fiebertraum. Wo der Kapitalismus die Menschen und die Welt auf dem Altar der heiligen Profitrate und des Wachstums-Dogmas opfert.

Was wir tun können, tun müssen, ist:

    1. den Unmut wieder auf die Straße zu bringen. Deutlich zu machen, dass die Regierung nicht in unserem Namen handelt.
    2. uns zusammen zu schließen um die Verschärfungen im Alltag abzufedern.
    3. uns gemeinsam organisieren um Verbesserungen in unseren Betrieben und Nachbarschaften zu erkämpfen.
    4. eine Bewegung schaffen, die unabhängig von Parteien, Lobbys, NGOs und Staatsgeld die Systemfrage stellt und diese mit Solidarität, Basisdemokratie und Formen der nachhaltigen Bedarfswirtschaft beantwortet.

Unser Protest ist eine Einladung. Organisier dich mit uns, basisdemokratisch und unabhängig. Wir dürfen uns nicht gegeneinander ausspielen lassen. Die Reichen und ihre Lakeien im Staat zeigen mit dem Finger auf die Migrant:innen, auf die Erwerbslosen, auf die Kranken, auf Russ:innen, Ukrainer:inen, und Chines:innen, während sie uns ausplündern und unsere Lebensgrundlagen zerstören. Wir sagen: Die Kapitalist:innen sind größtenteils Arschlöcher, aber das Problem ist das System.

Wir brauchen weder diese Leute noch deren System, wenn wir Werktätigen und Lohnabhängigen miteinander sprechen, planen und kollektiv handeln. Wir halten alle Bereiche der Gesellschaft am Laufen – wir sind entsprechend auch die Menschen, die alle Spielregeln ändern können.

Wir stellen uns u.a. gegen die aktuellen Angriffe auf die Gesellschaft in den Bereichen:

Dir fehlen Themenfelder, neue Vorstöße der Regierung oder Bündnisse und Initiativen die sich wehren? Schreib uns an! Weitere Aspekte sind bereits in Arbeit.

Ihre Alternativlosigkeit

Die Reichen denken nur an ihren Wohlstand, die Kapistalist:innen nur an ihren Profit und die Politiker:innen daran, wie sie uns am besten ruhigstellen können während sie Armut und Militarismus verwalten. Und dies ändert sich nicht durch eine Stimme am Wahltag. Keine Partei jeglicher Farbe oder Stoßrichtung wird uns als Arbeiter:innenklasse retten. Wir müssen uns selber organisieren und für die Selbstverwaltung der Gesellschaft einstehen. Wir wissen selber, was wir brauchen und wie viel. Jeder der einen Haushalt verwaltet weiß ungefähr, was man zum Leben braucht. Wenn Essen im Supermarkt weggeworfen wird und Obdachlose vor leeren Wohnungen erfrieren, während die nächste Luxusimmobilie genehmigt wird, dann braucht es eine Alternative.

Wir als Freie Arbeiter:innen Union wollen dafür kämpfen. Für eine freiheitliche, gerechte Gesellschaft. Wir können und müssen die Produktion gesellschaftlich, kollektiv organisieren und verwalten. Nicht um Profite zu erhöhen, sondern um die Bedürfnisse aller zu befriedigen. Wir werden schnell merken, wie wenig wir arbeiten müssten, wenn wir die Wirtschaft nach Bedarf organisieren. Ohne die Herrschaft von Kapitalist:innen, Politiker:innen und irgendwelchen Kriegstreiber:innen könnten wir mit den Ressourcen der Welt schonend umgehen, ganz ohne Armut für die Mehrheit der Menschheit. Wir können unsere Gesellschaft anders organiseren, von unten nach oben.

Diese Angriffe sind koordiniert und haben nur einen Zweck: Wir sollen noch stärker ausgebeutet werden in einer Welt, deren Lebensgrundlagen mehr und mehr durch unser Wirtschaftssystem zerstört werden! Und wenn wir uns wehren, stehen Überwachungsapparat und Verbotsinstrumente bereit, um jegliche Organisierung zu verhindern, zu zerschlagen und zu verbieten. Der Staat duldet keine Alternative zu sich und der kapitalistischen Wirtschaftsordnung! Doch innerhalb dieser Ordnung ist jede Alternative nur eine Frage, wie schnell und wie brutal wir und der Planet verbraucht werden sollen.

Nur durch organisierten Widerstand aus unserer Klasse heraus können wir diese Angriffe verhindern und für eine bessere Welt kämpfen. Organisier dich, tritt z.B. der Freien Arbeiter:innen Union bei und kämpfe für das gute Leben!

Wer sind wir?

Die FAU ist eine föderierte Gewerkschaftsbewegung aus kämpferischen Betriebsgruppen und Branchenorganisationen, Sozial-, Stadtteil- und Landkreisorganisationen. Wir sind basisdemokratisch, solidarisch und antikapitalistisch. Wir haben keine bezahlten Stellen und organisieren Solidarität auf Augenhöhe in allen Lebensbereichen.